Autor Thema: Welpenerziehung  (Gelesen 8404 mal)

Paddebo

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Welpenerziehung
« am: Januar 11, 2010, 11:59:31 Vormittag »
Ich hätte gerne ein paar Tipps für Literatur zur Welpen- bzw. Junghunderziehung.

Der Grund ist folgender:

Mein Vater hat sich einen DSH-Welpen geholt. Ich hab mich bisher immer nur mit der Erziehung von erwachsenen Hunden beschäftigt und bevorzuge außerdem die "sanfte Art" der Erziehung. Mein Vater ist von meiner Art, mit den Hunden umzugehen, eigentlich ziemlich begeistert. Der Gegenpart zu mir sind mein Bruder und seine Frau, die eher die alte Schule bevorzugen, mit Leinenruck und Nackenschütteln. Jetzt ist mein Vater mal wieder zu Besuch, der Hund ist mittlerweile 6 Monate alt und während der zwei Male, die wir zusammen gegangen sind, gab es nur Geschrei und Leinenruck (vom Feinsten). Ich würde ihm gerne eine andere Erziehungsmethode zeigen, am liebsten in Buchform, in der auch mit solch alten Mythen wie auf den Rücken werfen und im Nacken schütteln etc. aufgeräumt wird, denn wie ich heute morgen erfahren habe, wird auch das gerne mal angewendet. Außerdem ist der Hund eh noch viel zu Jung, um das alles zu können, was von ihm verlangt wird.

Also bitte, her mit den Tipps!

Offline flipacoin

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #1 am: Januar 11, 2010, 12:32:07 Nachmittag »
:D Ich habs heute schon in irgendeinem anderen Thread reingesetzt...

Das Agggressionsverhalten des Hundes, James O´Heare, Animal Learn Verlag... das ist zwar kein Buch über Welpenerziehung, aber da wird genau erklärt, wie und warum die Leinenruckmethode aggressive Hunde erzeugt.

Das andere Ende der Leine, McConnell, finde ich auch gut. Ist aber auch kein "Welpenbuch".

LG Renate

Offline vwy

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #2 am: Januar 11, 2010, 12:46:10 Nachmittag »
Hallo!

Ich habe ein paar Bücher hier, die in Summe einen guten Überblick über die sanften Erziehungsmethoden geben:

Autorin Jan Fennell:
1. Mit Hunden sprechen
2. Mit Hunden leben
3. Hunde besser verstehen

Diese Bücher sind in der Erzählform geschrieben mit reichlich Beispielen

Autor Martin Rütter:
Hundetraining mit Martin Rütter

Ansonsten kannst Du auch mal bei Amazon stöbern. Dort gibt es auch speziell zu Welpen und Junghunden Bücher mit entsprechenden Kritiken zu den Büchern.

Ich hoffe, Dein Vater ändert seine Überzeugung zur Erziehung...

Paddebo

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #3 am: Januar 11, 2010, 12:57:19 Nachmittag »
Hallo und danke schonmal für die ersten Tipps.

"Das andere Ende der Leine" hat er bereits von mir bekommen, bevor der Welpe eingezogen ist und er ist davon begeistert.

Auch Turid Rugaas "Beschwichtigungssignale" hat er schon gelesen.

Deshalb verstehe ich ja auch nicht, warum er jetzt so seinen Hund erzieht, oder eben auch nicht erzieht.

"Das Aggressionsverhalten des Hundes" habe ich sogar hier, nur selber noch nicht reingeschaut, das werde ich dann gleich mal nachholen. Ist für den Anfang aber vielleicht auch etwas zu hoch, oder?

@vwy: Danke auch für deine Tipps, ich werde ihm die Bücher mal ans Herz legen. Bei Amazon stöbern finde ich eher schwierig, da das Angebot einfach viel zu hoch ist und da ist mir eine persönliche Meinung aus diesem kompetenten Forum doch lieber, als eine Bewertung von irgendeinem Leser.

Um ein Gespräch mit ihm werde ich wohl nicht drumherum kommen. Wenn das mit ihm nur nicht so schwierig wäre. Aber ich hab auch ein paar schöne Passagen in "Einmal Meutechef und zurück" von McConnell und London gefunden, über das Verhalten eines guten Rudelführers. Ich hoffe, ich kann ihn überzeugen.

Offline Islay

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #4 am: Januar 11, 2010, 13:30:09 Nachmittag »
Hallo Britta!

Ganz ehrlich? -Halt Dich persönlich raus. Innerhalb einer Familie funktioniert so etwas in den allerwenigsten Fällen, da zu viele andere Ebenen der Beziehung mitschwingen. Das wird zu schnell emotional und das ist nie eine gute Basis für Hundeerziehung (und für die andere Beziehung auch nicht!!).
 
Bücher sind gut, wenn sie ganz neutral empfohlen werden (und nicht dauernd nachgehakt, ob denn schon gelesen... ;) ). Ansonsten empfiehl ihm eine gute Hundeschule, wo er seinen eigenen Weg mit seinem Hund finden kann.

Es gibt einfach unterschiedliche Typen von Menschen, die jeweils einen unterschiedlichen Umgang mit dem Hund haben. Der aber nicht gleich schlechter sein muß. Nicht jeder kann und will z. B. mit einem Welpen in den höchsten Tönen flöten, was ich persönlich auch voll verstehen kann.
Das, was Du von Deinem Vater beschreibst, klingt für mich eher nach Hilflosigkeit. Aber ein hilfloser Mensch wird nicht souverän, wenn man ihn wegen seines Verhaltens kritisiert. ;)  Von daher: empfiehl ihm jemand kompetentes, am besten einen Mann (denn die meisten Männer tun sich dann leichter). Das könnte ja vielleicht auch ein Freund von Dir sein.

Viele Grüße
Anne
Unterstelle nie Bosheit, wenn etwas mit Dummheit hinreichend erklärt werden kann.

Paddebo

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #5 am: Januar 11, 2010, 13:53:20 Nachmittag »
Hallo Anne,

genau das denke ich auch. Zumal unsere Kommunikation sowieso schon immer gestört war. Mit Kritik darf ich ihm eh nicht kommen, da macht er dicht.

Da er aber gestern zu mir sagte, dass er nun eine Schleppleine benutzen will, werde ich ihm dazu ein Buch geben, in dem auch einige andere Tipps über Lernverhalten etc. drinstehen. Und ich werde ihm auch ein paar Tipps geben, wie er damit üben kann. Und werde darauf achten, keine Kritik anzubringen.

Zur Welpenschule konnte ich ihn leider nicht bewegen, das habe ich schon versucht und mein Bruder auch. Er trainiert wohl aber ab und zu mit einem seiner Mieter, der Hundeausbilder beim Zoll ist. Auf den hört er, ich werde mal versuchen herauszufinden, ob das einigermaßen regelmäßig stattfindet. Mein Vater will wohl zu gegebener Zeit auch in den Schäferhunde-Verein und dort für die BH üben, das ist wohl die einzige Prüfung, die er mit seinem Hund machen will. Mein Vater ist halt etwas schwierig, wenn es darum geht, Ratschläge anzunehmen. Von dem erwähnten Ausbilder nimmt er sie an, da mein Vater in dieser Hinsicht Respekt vor ihm hat. Würde ein 30-Jähriger Ausbilder in einem Hundeverein vor ihm stehen, würde er wohl gleich wieder umdrehen.

Normalerweise wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen, mit ihm darüber zu reden. Aber ich habe heute morgen meine Mutter darauf angesprochen und nachdem sie ein paar Stunden darüber nachgedacht hat, hat sie mich gebeten, ihn darauf anzusprechen.

Offline Liv

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #6 am: Januar 11, 2010, 15:30:06 Nachmittag »
schenke ihm:

[SIZE=16]Es würde Knochen vom Himmel regnen[/SIZE]

dazu einen knabberknochen für den hund und einen Entspannungstee für ihn.

dazu schreibe ihm 3 nette zeilen von tochter zu vater.

das hilft!!!

das ist das beste buch was es auf dem markt gibt!

lg heike

Paddebo

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #7 am: Januar 11, 2010, 15:56:56 Nachmittag »
Danke Heike!

Das liest sich so, als wäre es genau das, was ich gesucht habe. Und da mein Vater auch demnächst Geburtstag hat, wird es schön als Geschenk verpackt und nicht als Wink mit dem Zaunpfahl  :D

Nur das mit dem Entspannungstee, hm..., ich glaub das lass ich lieber.

Paddebo

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #8 am: Januar 11, 2010, 16:35:46 Nachmittag »
Ich möchte nur nochmal klarstellen, dass ich auch der Meinung bin, dass es nicht DIE eine Methode zur Hundeerziehung gibt. Und es ist mir klar, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Und ich möchte beileibe nicht so rüberkommen, als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen! Dem ist nämlich leider nicht so  8)

Ich will ihm halt auch nur kleine Denkanstöße geben. Alles andere würde wohl eher nach hinten losgehen.

Offline flipacoin

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #9 am: Januar 11, 2010, 16:57:30 Nachmittag »
:D War schon zu verstehen... ;)

Offline dancing borderdael

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Welpenerziehung
« Antwort #10 am: Januar 11, 2010, 18:09:40 Nachmittag »
Hallo Britta,

schenk deinem Vater doch das Buch "Was Hündchen nicht lernt..." von Thomas Baumann. Auch sein Buch "ich lauf schon mal vor..."  ist echt empfehlenswert.

Da ist auch vorne ein DSH-Welpe drauf und der Autor war  Diensthundeführer der Polizei in BW, 10 Jahre lang Ausbildungsleiter der sächsischen Polizeihundeschule und 4 Jahre lang als deutscher Polizeivertreter in einer europäischen Arbeitsgruppe für Polizeihunde bei INTERPOL.

("Trotzdem" hat es Hand und Fuß was er schreibt, ich find seine Bücher echt gut!)

Ihm wird dein Vater und auch sein Trainingspartner vielleicht mehr Kompetenz zutrauen als einer amerikanischen BC-Trainerin ect.

liebe Grüße und alles Gute für den Welpi
Caro

Paddebo

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Welpenerziehung
« Antwort #11 am: Januar 11, 2010, 18:46:52 Nachmittag »
Ich wollts ja jetzt eigentlich gar nicht mehr ansprechen, aber meine Mutter hat dann in Gegenwart meines Vaters davon angefangen. Und es ist denkbar gut gelaufen. Ich konnte ihm ein paar Tipps geben und er hat sie auch angenommen. Außerdem konnte ich ihn davon überzeugen, dass jeglicher Leinenruck (auch ohne Würger) schädlich ist.

Inwieweit er das alles umsetzt kann man natürlich noch nicht abschätzen, aber ich denke zumindest, dass er ein bisschen umdenkt.

Vielen Dank nochmal für eure Tipps und eure offenen Ohren!

Offline wonderful_dream

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Welpenerziehung
« Antwort #12 am: Februar 16, 2010, 10:16:26 Vormittag »
habe von einem züchter die empfehlung der Lindart-Bücher bekommen, und muss sagen die dind echt super....

vor allem sind da wirklich praxis tipps und nicht nur theorie.....

Offline Black Wolf

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RE: Welpenerziehung
« Antwort #13 am: Februar 16, 2010, 20:47:16 Nachmittag »
Zitat
Original von Paddebo
Ich würde ihm gerne eine andere Erziehungsmethode zeigen, am liebsten in Buchform, in der auch mit solch alten Mythen wie auf den Rücken werfen und im Nacken schütteln etc. aufgeräumt wird...
...
Also bitte, her mit den Tipps!


Hallo Britta,

habe den Thread heute erst gesehen.
Wie läuft es denn jetzt so mit dem Hund Deines Vaters? Hat Dein Vater die gutgemeinten Tipps umsetzen können, oder das Buch welches Heike (Liv) empfohlen hat, gelesen?

Ansonsten kennst Du ja vllt Günther Bloch, oder hast schon mal etwas von ihm gehört. Ich mag diesen Kynologen sehr, da es für ihn nicht "die" Methode gibt, er jeden Hund als Individuum betrachtet, er sich viel mit Wölfen, verwilderten Haushunden und Hunden im Allgemeinen in der Praxis auskennt und schon seit Jahren mit "Mythen wie im Nacken schütteln" etc. aufräumt, und auch "Methoden" von "sog. Hundeexperten" kritisch beäugt.
Ich kann Dir alle Bücher (und DVD's) von Günther Bloch empfehlen, ganz besonders:
"Die Pizza-Hunde: Freilandstudien an verwilderten Haushunden. Verhaltensvergleich mit Wölfen. Tipps für Hundehalter." (Buch und DVD)
sowie:
"Der Wolf im Hundepelz: Hundeerziehung aus unterschiedlichen Perspektiven"
und wenn Du es noch irgendwo bekommen solltest:
"Der Familienbegleithund im modernen Hausstand"

sowie ich natürlich auch all seine Seminare empfehlen kann.

Schau doch mal bei Amazon oder hier:
http://www.hundefarm-eifel.de/f_shop.html

Liebe Grüße
Petra

Offline Trickdog

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Welpenerziehung
« Antwort #14 am: Februar 16, 2010, 21:55:06 Nachmittag »
Hallo zusammen,

"Auf ins Leben" Grundschulplan für Welpen von Imke Niewöhner finde ich auch nicht schlecht.
Gruss carmen